Immobilienrente: Darum ist eine unabhängige Beratung wichtig.

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Senioren haben Schwierigkeit einen Bankkredit zu erhalten – trotz abbezahlten Immobilieneigentums als Sicherheit. Hinzu kommt, dass viele Eigentümer im hohen Alter eine Verschuldung scheuen. Gleichzeitig ist der Wunsch groß, in der angestammten Immobilie wohnen zu bleiben. Welche Möglichkeiten gibt es, um trotzdem finanzielle Mittel aus der Immobilie herauszuholen?

Immobilienrente: Sichere Lösung mit hohen Abschlägen

Der Verkauf des Eigenheims ist nicht alternativlos, wenn Senioren mit Liquiditätsbedarf keinen Immobilienkredit mehr bekommen. In Deutschland kommen unter dem Oberbegriff „Immobilienrente“ zunehmend Lösungen auf den Markt. Unter Immobilienrente versteht man zunächst den Verkauf der Immobilie gegen Erhalt einer lebenslangen Rente, der sogenannten Leibrente. Für den Verbleib in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus, wird zugunsten der Verkäufer ein Wohnrecht im Grundbuch eingetragen. Die Eintragung an erster Rangstelle sichern den Lebensabend in der gewohnten Umgebung. Das Wohnrecht und die Unsicherheit hinsichtlich der Lebenserwartung lassen sich Anbieter der Immobilienrente bezahlen. Die Abschläge sind hoch und die Immobilienrente ist in der Regel erst ab einem Alter von über 70 Jahren sinnvoll.

Beitrag von Tobias Valdenaire, Diplom-Kaufmann und Gründer von IMMO.info – das gemeinnützige Portal für Immobilien und Finanzen. Mehr Informationen unter www.immo.info.

Neue Alternativen: Teilverkauf, Verkauf gegen Nießbrauch oder Rückmiete

Für Menschen im Alter ab 60 Jahren gibt es als Alternative zur Immobilienrente seit wenigen Jahren den sogenannten Teilverkauf. Haus oder Wohnung werden zu einem Anteil von bis zu 50 Prozent durch spezialisierte Unternehmen aufgekauft. Die neuen Miteigentümer zahlen dafür den Marktwert. Die Verkäufer bleiben mit einem Nießbrauch oder Wohnrecht wohnen.  Die Aufkäufer lassen sich das eingeräumte Wohnrecht bezahlen und es gibt komplexe Regelungen für einen Rückkauf oder späteren Verkauf von Immobilienanteilen. Besonderheiten und Risiken im Teilverkauf zur Absicherung des Wohnrechts sind vorher abzuklären.

Alternativ kann eine Immobilie verkauft und zurückgemietet werden. Es gibt erste Unternehmen, die solche Objekte erwerben. Weitere Möglichkeit ist der Verkauf an private Kapitalanleger. Der Mietvertrag zur Rückanmietung ist mit Hürden verbunden, um zum Beispiel eine spätere Kündigung aufgrund Eigenbedarfs auszuschließen. Der erzielbare Immobilienpreis wird bei der Rückmiete in der Regel aber höher liegen als bei einem Immobilienverkauf und der damit verbundenen Eintragung eines Wohnrechts oder Nießbrauchs im Grundbuch. Grund hierfür ist, dass Käufer von Immobilien mit Grundbuchbelastung normalerweise keine Finanzierung erhalten und den Kaufpreis voll aus dem Eigenkapital aufbringen müssen.

Unabhängige Beratung hilft bei der Wahl des passenden Modells

Eine klare Empfehlung für ein Modell gibt es nicht. Jede Lebenssituation ist anders. Die Lebensplanung, Einkommens- und Vermögenssituation können sich ändern. Besonderheiten der Immobilie sind zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass die Immobilienrente, Teilverkauf und vergleichbare Möglichkeiten durchaus komplex sind. Es unterscheiden sich nicht nur die Konditionen der Anbieter. Mindestens genauso wichtig ist es, die Verträge und Klauseln im Detail zu prüfen und zu vergleichen.

Bei Verkauf oder Verrentung der eigenen Immobilie dürfen Verbraucher nicht an der Beratung sparen, denn die falsche Entscheidung kann weitreichende finanzielle Folgen haben. Eine professionelle und unabhängige Begleitung von erfahrenen Beratern und Vermittlern ist daher empfehlenswert. Zusätzlich empfehlen wir die Prüfung der Verträge durch einen Rechtsanwalt und einen Steuerberater.

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