Die Immobilienrente

Im Gegensatz zum einfachen Verkauf bleiben Sie bei einem Verkauf mit Immobilienrente weiterhin Besitzer Ihrer Immobilie und gewinnen gleichzeitig einen großen Teil des in Ihrer Immobilie gebundenen Vermögens unmittelbar zur eigenen Verfügung.

Immobilienrentenverträge können sowohl für eine als auch für mehrere Personen – sogenannte verbundene Leben – abgeschlossen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Ehepartner, Lebenspartner oder Geschwister handelt.

Eine Immobilienrente bietet den Vorteil einer lebenslangen finanziellen Absicherung. Gleichzeitig gilt wie bei jeder anderen staatlichen oder privaten Rente: Je länger Sie leben, desto größer ist Ihr finanzieller Nutzen, gegebenenfalls auch bis über den Wert der Immobilie hinaus. Neben einem grundbuchlich gesicherten lebenslangen Wohnungsrecht garantiert Ihnen die Immobilienrente eine lebenslange monatliche Zahlung, auf Wunsch auch in Kombination mit einer Einmalzahlung. Darüber hinaus entfallen bei der klassischen Immobilienrente die Kosten für die Hausverwaltung, für die Instandhaltungsrücklagen sowie für Reparaturen ab 100 Euro pro Einzelfall.

Sollten Sie später einmal Ihre Immobilie nicht mehr selbst bewohnen wollen, stehen Ihnen die Erträge aus deren Vermietung zu. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, Ihr nicht mehr in Anspruch genommenes Wohnungsrecht gegen eine entsprechende Zahlung zu verkaufen. Die vereinbarte Rente wird in jedem Fall unbefristet weiter an Sie und ggf. Ihren Partner ausgezahlt.

Sie haben folgende Sicherheiten

  • Ihr Wohnungsrecht und Ihr Recht auf die lebenslange Immobilienrentenzahlung wird durch den Notar im Kaufvertrag und im Grundbuch im ersten Rang abgesichert.
  • Im Falle eines unerwartet frühen Ablebens wird die Rente für fünf oder zehn Jahre an einen Begünstigten Ihrer Wahl gezahlt.
  • 24 Stunden Notdienst zur Annahme von Reparaturaufträgen und Übernahme der Reparatur- und Instandhaltungskosten über 100 Euro pro Einzelmaßnahme.
  • Bei Eigentümergemeinschaften werden eventuelle Sonderumlagen und die monatlichen Kosten für die Hausverwaltung vom Käufer getragen.

Ihre Rechte auf lebenslange monatliche Rentenzahlung sowie auf unbefristetes mietfreies Wohnen werden vom Notar im Grundbuch erstrangig eingetragen.

Folgende Faktoren fließen in die Berechnung der Immobilienrente ein

  • Der aktuelle bezugsfreie Wert der Immobilie – der Verkehrswert – welcher von einem unabhängigen Sachverständigen ermittelt wird.
  • Das Alter und Geschlecht der oder des Eigentümer/s bzw. Wohnberechtigten zur Ermittlung des Wertabschlags für das Wohnungsrecht.
  • Die Kosten der Immobilienbewirtschaftung und aktuell notwendige bzw. zukünftige Instandhaltungs- und Reparaturkosten sowie Zinsfaktoren.

Beispiel A

Ein alleinstehender Herr im Alter von 82 Jahren bewohnt eine 3-Zimmer-Wohnung in Berlin-Spandau. Die Wohnung hat einen Verkehrswert von 230.000 Euro. Neben dem Wohnungsrecht im Wert von 805 Euro pro Monat erhält er eine monatliche Immobilienrentenzahlung in Höhe von 1.534 Euro. Darüber hinaus verringert sich seine monatliche Nebenkostenzahlung um 94 Euro.

Beispiel B

Ein Paar, beide sind 75 Jahre alt, bewohnt ein kleines Reihenhaus im Berliner Umland mit einem Wert von 300.000 Euro. Der Wert des Wohnungsrechts beläuft sich auf 920 Euro pro Monat. Die monatliche Leibrentenzahlung beträgt 820 Euro. Die Kosten für Reparaturen und Instandhaltung über 100 Euro pro Einzelmaßnahme müssen nicht mehr selbst aufgebracht werden.

Steuerliche Betrachtung der Immobilienrente

Für den Immobilienverkauf auf Rentenbasis gelten die allgemeinen Regeln für die steuerliche Behandlung von Immobilienverkäufen: Der Gewinn aus dem Verkauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist in der Regel nicht zu versteuern, wenn zwischen Anschaffung bzw. Herstellung der Immobilie und deren Veräußerung mindestens 10 Jahre liegen. Die Spekulationssteuer fällt auch dann nicht an, wenn Sie seit dem Kauf bzw. der Fertigstellung zumindest im Jahr des Verkaufs und den beiden Vorjahren selbst in der Immobilie gewohnt haben. Nur der Ertragsanteil der lebenslangen monatlichen Rentenzahlung wird steuerlich erfasst. Viele Rentner zahlen jedoch keine Steuern, sodass üblicherweise auch die monatlichen Leibrenten steuerfrei bleiben. Dies lässt sich vorab klären. Das lebenslange Wohnungsrecht bleibt in jedem Fall steuerfrei.

So kalkuliert das Finanzamt den Ertragsanteil in Abhängigkeit vom Lebensalter

Bei Beginn der Rente vollendetes Lebensjahr des RentenberechtigtenErtragsanteil in %
65 bis 6618
6717
6816
69 bis 7015
7114
72 bis 7313
7412
7511
76 bis 7710
78 bis 799
808
81 bis 827
83 bis 846
85 bis 875

Ein Beispiel

Bei einer bei Vertragsabschluss 71-jährigen rentenberechtigten Person mit einer monatlichen Leibrente von 1.000 Euro müssten monatlich 28 Euro an das Finanzamt gezahlt werden. Laut Tabelle liegt ein Ertragsanteil von 14 % vor (14 % von 1.000 Euro = 140 Euro). Dieser Betrag wird mit dem jeweils persönlichen Steuersatz belegt, z.B. 20 % (20 % von 140 Euro = 28 Euro).

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